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Prävention trifft auf Telemedizin – Was ist möglich und was wird gerade erprobt?

Prävention trifft auf Telemedizin – Was ist möglich und was wird gerade erprobt?

Im dritten und letzten Teil unserer Serie „Gesund bleiben digital" geht es um eine besondere Schnittstelle: Dort, wo Prävention Teil medizinischer Versorgung wird und Telemedizin dabei unterstützen kann.

Wir schauen uns an, an welchen Stellen diese Verbindung in der Versorgung zu finden ist und wie der Einsatz von Telemedizin dabei konkret aussehen kann. Das betrifft Früherkennung und Screening ebenso wie die Begleitung chronischer Erkrankungen oder Disease-Management-Programme. Einige dieser Ansätze sind bereits Bestandteil der Regelversorgung, andere werden aktuell in Forschungs- und Innovationsprojekten erprobt.

Früherkennung und Screenings mithilfe von Telemedizin

Ein klassisches Beispiel für Prävention sind Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen. Der Gesundheits-Check-up kann beispielsweise ab 35 Jahren alle drei Jahre in Anspruch genommen werden. Auch das Hautkrebs-Screening gehört zur gesetzlichen Früherkennung. Die Untersuchungen selbst finden wie gewohnt vor Ort bei einem Facharzt statt. Telemedizin kann jedoch einzelne Schritte ergänzen und beispielsweise dabei helfen, medizinische Expertise auch über größere Entfernungen verfügbar zu machen.

Wie das aussehen kann, zeigt das Innovationsfondsprojekt Herz-Check. Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt Patienten mit einer asymptomatischen Herzinsuffizienz in Regionen mit geringer medizinischer Versorgung frühzeitig zu erkennen. Dazu werden Personen mit erhöhten Risikofaktoren durch ihre Ärzte identifiziert und erhalten anschließend in einer mobilen Diagnostikeinheit eine verkürzte Magnetresonanztomografie (MRT). An dieser Stelle kommt auch die Telemedizin ins Spiel. Die Patienten erfahren vor und während der Untersuchung eine telemedizinische Betreuung durch einen Arzt des Deutschen Herzzentrums. Er klärt sie per Video über das Vorhaben auf und analysiert die Untersuchungsdaten. Einblicke in diese Abläufe gibt das nachfolgende Video.


Weitere digitale Komponenten in diesem Szenario sind die telemedizinische Vernetzung zwischen den kardiologischen Experten, niedergelassenen Ärzten sowie Spezialeinrichtungen, als auch Online-Präventionsprogramme, die bei Vorliegen einer asymptomatischen Herzinsuffizienz eingeleitet werden. Eine erste Studie liefert vielversprechende Ergebnisse dieses präventiven Ansatzes kombiniert mit Telemedizin: Bei knapp 23% der Teilnehmer konnte eine subklinische Herzschwäche diagnostiziert werden. Dabei konnte diese durch die durchgeführte Untersuchung fast sieben Jahre früher erkannt werden als durch Untersuchungen der Standardversorgung. Die Telemedizin leistet hier entsprechend ihren Beitrag im Sinne der Prävention, indem Sie die Expertise der Kardiologen auch in entfernten Regionen verfügbar macht.  

Verschlechterungen bei chronischen Erkrankungen präventiv mit Telemedizin erkennen

Prävention endet nicht bei der Vermeidung einer Erkrankung. Auch bei bereits bestehenden Krankheiten können Maßnahmen dazu beitragen, Verschlechterungen zu erkennen und frühzeitig zu agieren.

Bekannt ist hierbei häufig das Telemonitoring, das für die Indikation der Herzinsuffizienz bereits seinen Weg in die Regelversorgung gefunden hat. Ähnliche Ansätze gibt es auch für chronische Erkrankungen wie COPD oder Diabetes. Für Patienten mit Diabetes Typ 2 geht das Innovationsfondsprojekt „PräVaNet" einen neuen Weg und kombiniert eine Präventionsstrategie mit mehreren telemedizinischen Komponenten.

Ein Bestandteil ist dabei das klassische Telemonitoring, im Projekt als „ePrävention" bezeichnet. Dabei übermitteln die Patienten kontinuierlich Vitaldaten wie EKG, Blutdruck und Blutzucker per App, die anschließend von einem medizinischen Team überwacht werden. Eine „PräVaNet-Nurse", eine speziell geschulte Mitarbeiterin in der Praxis, in der der Patient behandelt wird, betreut den Patienten auch über die Ferne hinweg und bildet die zweite Komponente. Zusätzlich tauschen sich in einem digitalen Konsil, dem sogenannten „PräVaNet-Board", die behandelnden Fachdisziplinen, etwa Kardiologie und Diabetologie, gemeinsam über den Zustand des Patienten und weitere Therapiemaßnahmen aus. Diese umfassen unter anderem ein begleitendes Coaching mit Elementen zu Bewegung und Ernährung. Das folgende Video gibt einen Einblick in die Umsetzung von PräVaNet.

Die Telemedizin stellt in diesem Ansatz einen zentralen Baustein für die erfolgreiche Umsetzung einer personalisierten und interdisziplinären Präventionsstrategie dar, indem Sie die Vernetzung aller Beteiligten sicherstellt und den Datenaustausch ermöglicht. Erste Projektergebnisse berichten von einer hohen Zufriedenheit der Patienten aufgrund eines gesteigerten Sicherheitsgefühls und mehr Eigenkompetenz.

Wie Bayern Prävention und Telemedizin verknüpft

Auch in Bayern wird bereits an unterschiedlichen Stellen ausprobiert, wie Telemedizin Vorsorge und Früherkennung ergänzen kann. Die neue W1-Vorsorgeuntersuchung für Frauen in den Wechseljahren setzt auf ein telemedizinisches ärztliches Beratungsgespräch. In einem 30-minütigen Arztgespräch erhalten Frauen in dieser Lebensphase individuelle Beratung rund um die gesundheitlichen Besonderheiten und körperlichen Veränderungen.

Darüber hinaus bündelt der „Masterplan Prävention", zu dem erst kürzlich eine positive Ein-Jahres-Bilanz gezogen wurde, gleich mehrere Angebote, Projekte und Initiativen für mehr Gesundheitsförderung – mit und ohne digitale Komponenten. Auch der neue „Präventionspool Bayern" stellt Präventionsangebote im Freistaat zentral zusammen und bietet eine gebündelte Recherchemöglichkeit.

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Präventionspool Bayern

Entdecken Sie im Präventionspool Bayern vielfältige Möglichkeiten und finden Sie passende Impulse - für die eigene Gesundheit oder für Empfehlungen an andere. Von Bewegung bis Suchtprävention, regional oder bayernweit - mehr als 470 Präventionsangebote sind bereits im Präventionspool zu finden. 

Damit schließen wir unsere kleine Reihe rund um das Thema „Gesund bleiben, dank digitaler Prävention" anlässlich des heutigen Bayerischen Präventionstags. In den vergangenen Wochen haben wir uns mit den Grundlagen digitaler Prävention beschäftigt, konkrete Angebote vorgestellt und im abschließenden Beitrag die Verbindung von Prävention und Telemedizin betrachtet. Damit wird deutlich, wie vielfältig digitale Prävention sein kann: Sie reicht von eigenständigen digitalen Angeboten über die Begleitung im Alltag bis hin zu telemedizinischen Anwendungen innerhalb der medizinischen Versorgung.  

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